Gesund in eigener
Verantwortung
Zeckenbiss - was tun?
In Deutschland werden durch Zecken die beiden
Krankheiten FSME und Borreliose übertragen. FSME ist eine durch einen
Virus ausgelöste Hirnhautentzündung. Borreliose ist die durch Bakterien
verursachte Wanderröte, die leider oft chronisch verläuft. Gebiete,
in denen die Gefahr einer Infizierung besonders hoch ist, liegen an Rhein
und Donau, in Württemberg und Bayern. Falls Sie in diesen Gebieten wohnen
oder Urlaub machen, sollten Sie ein paar Regeln im Umgang mit Zecken beachten
und auf Zeckenbisse zurück zu führende Krankheitssymptome richtig
zuordnen können.
| Vermeiden Sie
Zeckenkontakt |
-
Gehen Sie nicht ins Unterholz oder
Gebüsch
-
Setzen oder legen Sie sich im Freien nicht ohne
Unterlage auf Baumstämme, Bootstege, in Wiesen etc.
-
Tragen Sie helle, einfarbige Kleidung und feste
Schuhe mit Strümpfen
-
Vermeiden Sie Körpergeruch und tragen Sie
auf die ungeschützte Haut Insekenschutzmittel auf
-
Suchen Sie abends Ihren Körper nach Zecken
ab und duschen Sie
|
| Zeckenentfernung |
Falls sich trotz solcher
Vorsichtsmaßnahmen eine Zecke festgesaugt hat, sollte diese möglichst
schnell entfernt werden, da eine Übertragung von Erregern meist erst
nach Stunden erfolgt. Dabei sollten Sie folgendes beachten:
-
Am besten entfernen Sie die Zecke mit einer spitzen
Pinzette, mit der Sie diese möglichst nah hinter dem Kopf greifen und
vorsichtig abheben.
-
Die im Handel angebotenen Zeckenzange und Zeckenkarte
sind nur bei größeren Zecken praktikabel.
-
Falls keine Pinzette zur Hand ist, können
Sie die Zecke notfalls auch mit den Fingernägeln entfernen.
Aber:
-
Die Zecke darf auf keinen Fall gequetscht werden
oder der Kopf abgerissen werden, da dadurch verstärkt infektiöser
Speichel in die Bißstelle gelangt
-
Ebenso erhöht das Ersticken der Zecke mit
Öl, Kleber, Nagellack u.ä. die Infektionsgefahr.
Nach einem Biß sollten Sie die nächsten
Tage körperliche Bewegung meiden, damit bei einer eventuellen Infektion
die Erreger nicht verstärkt in den Blutstrom gelangen und sich verteilen
können. Achten Sie auf Krankheitssymptome und beobachten Sie die
Bißstelle. |
| FSME |
Einige unter Ihnen sind gegen diesesVirus
wahrscheinlich geimpft und dürften daher für die nächsten
Jahre einen Schutz haben. Diese Impfung wurde wegen ihrer starken
Nebenwirkungen (Gefahr der
Auslösung oder Verstärkung von Autoimmunreaktionen -
MS!) in den letzten Jahren jedoch stark eingeschränkt und ist
vor allem bei Kindern sehr umstritten. Trotzdem sollten Sie sich
keine allzu großen Sorgen machen, denn die Gefahr einer
Hirnhautentzündung liegt bei 1 Erkrankung auf 10 000
Zeckenbisse.
Sollten Sie jedoch ein
bis zwei Wochen nach einem Zeckenbiss mittelschweres Fieber von ca 39°C
eventuell gepaart mit Grippesymptomen bekommen, sollten Sie
unbedingt zum Arzt gehen und
diesen auf den Zeckenbiss hinweisen. Es kann sonst nach einigen symptomfreien
Tagen zu einer zweiten Fieberphase mit Gehirnhautentzündung
kommen. |
| Borreliose |
Die Gefahr, sich mit Borrelien zu infizieren,
ist in den oben erwähnten Gebieten ziemlich hoch. Bei 10 000 Bissen
muß mit ca 900 Erkrankungen gerechnet werden, wovon ca. 150 Fälle
einen chronischen Verlauf nehmen. Bei diesen treten nach den oft
übersehenen Erstsymptomen über Jahre hinweg erneut Schübe
auf, die zu einer starken Beeinträchtigung der Lebensqualität
führen.
An folgenden Symptomen erkennen
Sie eine Infektion:
-
Innerhalb einiger Tage nach dem Zeckenbiss treten
grippeähnliche Symptome wie Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, leichte
Lymphknotenschwellungen auf
-
Leichtes Fieber
bis ca 38°C (dadurch kann die bakterielle Erkrankung
von der viralen FSME unterschieden werden, bei der das Fieber wesentlich
höher steigt)
-
Bei leider nur ca 50%
der Verdachtsfälle tritt das für die Erkrankung
eindeutige "Erythema migrans" auf - ein um die Bissstelle sich ausbreitender
roter Fleck, der in der Mitte blasser ist
Falls Sie diese Symptome an sich bemerken, sollten
Sie sich an einen Arzt wenden und mit diesem eine Behandlung abstimmen.
Beachte: Falls kein
krankheitsspezifisches Erythema migrans aufgetreten ist, ist es unbedingt
notwendig, durch eine Blutuntersuchung abzuklären, ob eine Infektion
vorliegt und um welche es sich handelt.
-
die vorsorgliche Gabe von Antibiotika nach einem
Zeckenbiss ohne gleichzeitige Symptome einer Borreliose hat sich bisher als
nicht sinnvoll erwiesen
-
das Verabreichen von FSME
- Immunglobulinen und die aktive Immunisierung gegen FSME bei
Vorliegen einer aktuellen Borrelieninfektion führt zu
teils schweren Komplikationen! - unbedingt vorher
abklären, welche Infektion vorliegt ! ( am besten wenden Sie sich ans
Tropeninstiut)
-
ebenso
führt eine Tetanusimpfung (
Nebenwirkungen
) zu einer schlechteren Prognose; - diese wird oftmals
nach einem Zeckenbiss verabreicht, obwohl Clostridien nur anaerob in Mist
und Gartenerde vorkommen, - das Auftreten nach einem Zeckenbiss wurde bisher
nicht dokumentiert.
Falls ein Antibiotikum eingesetzt wird, ist die
Prognose um so besser, je früher die Behandlung einsetzt. Im zweiten
und dritten Stadium einer Borreliose versagt diese Therapie
häufig.
Achten Sie trotz einer erfolgreichen Behandlung
der Erstsymptome einer Borrelieninfektion auf folgende Spätsymptome,
die oft erst Monate oder sogar Jahre später auftreten:
Aber: Diese
Erkrankung kann auch in jedem Stadium spontan ausheilen. |
| Was Sie selbst zur Unterstützung
tun können |
-
Eine bessere Abwehrlage bei
einer eventuellen Borrelieninfektion
kann durch die prophylaktische Gabe
von Borrelia D200 (2 Gaben innerhalb von 6 Wochen - Auffrischung
alle 2 Jahre) erreicht werden. Diese Maßnahme sollte
auch bei freilaufenden Haustieren durchgeführt werden.
-
Nach einem Zeckenbiß können
Sie prophylaktisch 1 Gabe Rhus.tox. C200, 1 Gabe Hypericum C30 und 3 Tage
3 mal tgl. Arnica D12 einnehmen
-
Bei einer festgestellten Borreliose sollten Sie
sich zusätzlich zur schulmedizinischen Behandlung eine Borrelien-Nosode
und Kalmia comp. von Heel spritzen lassen. Zur entgiftenden Nachbehandlung:
Sulfur D6, Lymphomyosot, Reneel und Hepeel oder die Regenaplexe 6, 26a, 51a,
79, 510a .
-
Bei FSME kann zusätzlich eine
Zeckenbißfiebernosode gespritzt werden. Die Nachbehandlung erfolgt
analog wie bei Borreliose.
-
Während der Behandlung können Sie ihr
Immunsystem unterstützen, indem Sie auf Genussgifte verzichten, sich
vernünftig ernähren und schonen.
|
Wenn Sie mehr zu diesem Thema wissen wollen,
dann lesen Sie auch
die Hintergrundinformationen zur chronischen
Borreliose, die ich aufgrund meiner eigenen Erfahrungen als Betroffene erstellt
habe.
Einen zeckenfreien Sommer wünscht
Ihnen
Ihre Christine Amann
|