Gesund in eigener Verantwortung

Erkältung - Schnupfen und Husten

Ein- bis zweimal ( bei Kleinkindern 10- 12mal! ) jährlich unterzieht sich unser Immunsystem einem Trainingsprogramm in Form einer Erkältung und das - wie Sie wahrscheinlich finden - immer zum ungünstigsten Zeitpunkt.

Dabei haben diese relativ harmlosen Infektionen durchaus auch ihre positiven Seiten.

Vorbeugung chronischer Krankheiten

Durch die Begleiterscheinungen einer Erkältung wie laufende Nase, Auswurf, Schwitzen und eventuell Durchfall wird die Ausscheidung gefördert. Dadurch beugen Sie chronischen Krankheiten wie Sinusitis, Bronchitis, Asthma, Neurodermitis, Allergien und Rheuma vor.

Stärkung des Kreislaufs

Durch eventuell auftretendes Fieber werden Stoffwechselschlacken verbrannt. Dadurch wird das Bindegewebe gestrafft und die Durchblutung und der Kreislauf gestärkt.

Aktivierung des Immunsystems

Der Kampf gegen die Erkältung aktiviert Ihr Immunsystem. Deshalb fühlen Sie sich nach einer überstandenen Erkältung wesentlich fitter als zuvor und, falls Sie wirklich mal eine richtige Grippe erwischt, sind Sie optimal gewappnet.

Diese positiven Effekte erzielen Sie jedoch nur, wenn das Immunsystem nicht durch eine falsche Medikation geschwächt oder blokiert wird.

Meiden Sie Antibiotika

Erkältungen werden durch Viren verursacht. Antibiotika wirken aber nur gegen Bakterien, nicht gegen Viren. Es ist deshalb sinnlos, bei Erkältungen Antibiotika einzunehmen, und sogar gefährlich, da die Darmflora zerstört und die natürliche Antikörperbildung beeinträchtigt wird.

Verzichten Sie auf fiebersenkende Mittel

Durch eine erhöhte Körpertemperatur  (bei über 39,5° sollten Sie jedoch unbedingt einenArzt aufsuchen!) werden Krankheitserreger abgetötet. Wenn Sie fiebersenkende Mittel einnehmen, verzögern Sie diesen Prozess und müssen mit einem längeren Krankheitsverlauf und eventuellen Komplikationen rechnen.

Verwenden Sie keine Nasensprays und keine Hustenblocker

Schleimhautabschwellende Nasensprays trocknen die Schleimhäute aus. Dadurch führen sie zu einem Sekretstau und damit auch zur Gefahr von Neben- und Stirnhöhlenvereiterung (angebracht ist ein schleimhautabschwellendes Nasenspray nur bei Gefahr einer Mittelohrentzündung, da es die Nasenschleimhaut abschwellen lässt und die Ohrtrompete frei hält). Außerdem verursachen sie Schlafstörungen und bergen eine nicht zu unterschätzende Suchtgefahr. Dasselbe gilt für chemische Hustenblocker.

Streichen Sie desinfizierende Lutschtabletten und Sprays

Halsschmerzen und geschwollene Lymphknoten werden nicht durch von außen eingedrungene Erreger verursacht, sondern sind Folge der gesteigerten Abwehrtätigkeit des lymphatischen Rachenrings. Durch desinfizierende Lutschtabletten und Sprays beeinträchtigen Sie diese Abwehr, zerstören die natürliche Mundflora und nehmen eine Pilzinfektion in Kauf.

Die nachfolgenden Ratschläge werden Ihnen helfen, die Symptome zu lindern und den Krankheitsverlauf abzukürzen.

Unterstützen Sie Ihre Abwehrkraft

Reduzieren Sie Ihre Nahrungsaufnahme und orientieren Sie sich an den Ernährungsregeln. Verzichten Sie auf hochprozentigen Alkohol; - erlaubt ist nur ungesüßter Glühwein, den Sie mindestens 1 Minute kochen lassen. Dazu nehmen Sie zweimal täglich je 2 Ginseng- und je 2 Lebertrankapseln ein,  sowie eventuell ein homöopathisches Grippemittel (z.B. Grippheel, Infludo, Metavirulent ....).

Beschleunigen Sie die Ausscheidung

Nehmen Sie ein homöopathisches Nieren- und Lymphmittel (z. B. Regenaplex 50a, 6, 510a oder Reneel und Lymphomyosot o.ä.) und trinken Sie dazu reichlich Wasser oder verdünnten Kräutertee. Verwenden Sie Meersalznasensprays und machen Sie bei Sekretstau eventuell Nasenspülungen.

Gehen Sie gegen die Verschleimung vor

Gegen Husten und Verschleimung hilft am besten, wenn Sie einige Tage Milchprodukte meiden und event. Bronchofortonsaft oder Hustenelixier von Weleda einnehmen; - bei Bronchitis greifen Sie zu Thymiantee oder Hustagil Saft. Bei Halsschmerzen können Sie Salbei- oder Propolispastillen lutschen und mit Bolus eucalypti comp Pulver von Weleda gurgeln.

Hüten Sie eventuell das Bett

Bei stärkeren Kopf- und Gliederschmerzen gehören Sie für einige Tage ins Bett. Verzichten Sie möglichst auf Schmerzmittel. Probieren Sie zuerst Belladonna, Gelsemium oder Spigelia in D 12. Im Notfall nehmen Sie das Schmerzmittel Ibuprofen. Auf keinen Fall sollten Sie ein heißes Vollbad nehmen, sondern nur ein Fußbad und sich dann mit einer Wärmflasche in einem eher kühlen Schlafraum ins Bett legen.

Fördern Sie die Rekonvaleszenz

Wenn eine Besserung eingetreten ist, können Sie diese mit einigen Yogaübungen (Umgekehrte Haltung, Ganzheitshaltung, Kanupose) und Spaziergängen weiterhin fördern.

Prophylaxe

Nehmen Sie nicht über einen längeren Zeitraum vorbeugend immunstimulierende Mittel ein (vor allem Echinaceapräparate verstärken oft Allergien). Empfehlenswerter ist das Einreiben von 'Spenglersan G': 3x wchtl.  abwechselnd 5 Tr in die Ellenbeuge (bei Säuglingen und Kleinkindern 2 Tr) und bei Schnupfenanzeichen 2Tr in jedes Nasenloch hochziehen (Kleinkinder 1 Tr).

Hintergrundinformation: Stirnhöhlenvereiterung (Sinusitis) - chronisch

- Eine Entzündung der Nasennebenhöhlen ist kein Symptom einer Erkältungskrankheit und wird auch nicht durch eine Infektion hervorgerufen, - sie kann jedoch als Begleiterscheinung auftreten. Die meisten chronischen Sinusitiden bestehen aber unabhängig davon weiter, auch wenn das akute Krankheitsbild sich längst gebessert hat und werden fälschlich meist mit Medikamenten gegen Erkältungskrankheiten weiterbehandelt.

- Das Anschwellen der Schleimhaut der Nase und der Nebenhöhlen dient der Vergrößerung der Oberfläche, um Giftstoffe, Stoffwechselendprodukte und natürlich auch Erreger besser und schneller zu eliminieren. Wenn dieses Anschwellen durch Nasensprays und Medikamente unterbunden wird, kommt es zum Rückstau, das Sekret verdickt sich und auf diesem Nährboden können sich Bakterien und Pilze erst festsetzen. Die Stoffwechselausscheidungen dieser Fehlbesiedelung rufen dann oftmals allergische Reaktionen hervor und der Teufelskreis von

- Nasenspray => Schleimlöser => Antibiotika => Antiallergika => Kortison -

ist geschlossen.

Abhilfe:

- Fördern Sie die Ausscheidung indem Sie auf gefäßverengende Substanzen (Koffein, Teein, Nikotin, Blutdrucksteigernde Medikamente) verzichten.

-Verminderung der Schleimbildung durch Verzicht auf Kuhmilchprodukte (v.a. Milch und Käse) und verstärktes Trinken ( Wasser, verdünnte Kräutertees )

- Entziehen Sie Erregern die Vermehrungsgrundlage indem Sie die Zuckerzufuhr auf 30 gr /tgl beschränken und konzentrierte und gesüßte Getränke ganz meiden.

Unterstützende Medikation:

-Wobenzym/bei Allergie besser Bromelain (2x2/tgl) gegen Entzündung und Verschleimung

- 1 Lebertrankapsel/tgl zur Schleimhautstärkung

- morgens je 6 Tbl Kal. phos. D6 + Na. phos D6 in warmen Wasser lösen und während des Vormittags trinken, nachmittags das gleiche mit je 6 Tbl Kal. sulf. D6 + Na. sulf. D6 biochemisch zur Verminderung der Schleimbildung

- Mucosa comp. und Ubichinon comp. Amp: je 2x wchtl. 1 Amp trinken! zur Verbesserung der Ausscheidung

- Euphorbium comp NS zur Erleichterung der Atmung; - Luffa comp NS bei Allergie

Antworten auf Ihre Fragen zum Thema Erkältung

Kann Vitamin C schädlich sein?

Schwächt eine Grippeimpfung das Immunsystem?

Wie lindere ich die Beschwerden meines Kindes?

Wie komme ich los vom Kortison?

Frage

Seit Jahren nehme ich zur Erkältungsprophylaxe in den Wintermonaten täglich 2-5 g Vitamin C und 10-20 mg Zink. Damit konnte ich vor allem Schnupfen und Halsschmerzen gut abwehren und auch eine beginnende Blasenentzündung.

Nun habe ich gelesen, daß Vitamin C in hohen Dosen Krebs verursachen kann und bin etwas verunsichert. Zu Recht?

Ch. Amann

Vitamin C in dieser hohen Dosierung verengt die Gefäße und unterdrückt damit Ausscheidungs- und Entzündungssymptome. Für einige Tage ist dagegen nichts dagegen einzuwenden. Sie sollten  jedoch Retardkapseln mit max. 200 mg Vitamin C pro Tag vorziehen. Eine Langzeiteinnahme ist zu vermeiden, da u.a. auch bei Vit. C der Verdacht besteht, Tumorbildung zu fördern.

Zink führt bei Überdosierung zu Haarausfall, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Darmstörungen, Nierenschädigung etc. Ich empfehle daher, auf dieses Schwermetall nur nach schweren Erkrankungen oder bei Ernährungsstörungen zurück zu greifen und dann auch nur für ein bis zwei Wochen. Auf Dauer ist eine Versorgung über Vollkornprodukte, Weizenkeime und Hefe anzuraten.

Frage

Seit ich über 60 Jahre alt bin, lasse ich mich regelmäßig gegen Grippe impfen. Irgendwie habe ich aber das Gefühl, dass ich seitdem anfälliger bin.

Kann da ein Zusammenhang bestehen?

Ch. Amann

Eine Grippeimpfung besteht aus einem Cocktail der zum Zeitpunkt der Herstellung virulentesten Erreger und schützt nicht gegen alle! Grippeviren und auch nicht gegen spätere Mutationen; vorallem schützt sie natürlich nicht gegen eine Infektion mit Erregern von Erkältung und Schnupfen. Es kann sogar sein, dass Sie für diese dann anfälliger sind, da Ihr Immunsystem jetzt erstmal Antikörper gegen den Impfstoff bildet und erst in zweiter Linie die Erkältung abwehrt. Symptome wie Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und Fieber nach einer Impfung sind dagegen oft Impfreaktionen.

Frage

Mein zweijähriger Junge hat zwei bis vier mal im Jahr eine Erkältung mit hartnäckigem Husten und immer wiederkehrenden Ohrenentzündungen.

Wie kann ich seine Beschwerden lindern?

Ch. Amann

Häufige Erkältungen sind in diesem Alter normal und ein Training fürs Immunsystem. Komplikationen wie Bronchitis und Mittelohrentzündung können Sie jedoch vermeiden, wenn Sie das Kind statt mit Kuhmilch und Milchfertigbrei lieber mit Reismilch und abwechslungsreicher Mischkost ernähren. Außerdem sollte das Kind mit erhöhtem Kopf schlafen, damit Sekret besser abfließen kann.

Zur Prophylaxe empfehle ich Ihnen die Gabe von einigen Globuli Calcium carbonicum D6 zweimal täglich für ca zwei Monate. Im Akutfall verwenden Sie Aconit Ohrentropfen und Otovowentr. innerlich.

Frage

Seit ca 15 Jahren leide ich, Anfang 30, an Sinusitis. Als Folge häufiger Therapien mit Antibiotika und Kortison ist meine Nase mittlerweile chronisch verstopft und die Schleimhäute sind ausgetrocknet. Diese Folgebeschwerden werden wiederum mit Kortisonsprays behandelt.

Wie komme ich raus aus diesem Teufelskreis?

Ch. Amann

Halten Sie sich an die "Ernährungsregeln" und trinken Sie möglichst nur Wasser oder verdünnten Kräutertee. Nehmen Sie vor dem Schlafen 2 T Sinusitis Hewert und benutzen Sie mehrmals täglich Rhinodoron NS. Haben Sie Geduld und lesen Sie sich meine Empfehlungen für Sinusitis durch.

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