Gesund in eigener Verantwortung

Chronische Borreliose

Hintergründe

Die durch Zecken übertragbare bakterielle Infektion (nicht zu verwechseln mit der viralen FSME) ist unter dem Namen Wanderröte seit Generationen bekannt. Meistens heilte sie von selbst wieder aus und führte nur selten zu anhaltenden rheumatischen Symptomen. Die Chronifizierung dieser Infektion hat in den letzten 10 - 20 Jahren drastisch zugenommen und bei den Betroffenen in immer kürzerer Zeit zu einem lebenseinschränkenden Leiden geführt. Dies ist auf mehrere Ursachen zurüchzuführen:

  • Das Immunsystem der meisten Menschen reagiert nur noch unzulänglich auf bakterielle und virale Angriffe (u. a. auch Zunahme von chronischen Herpes-, Epstein-Barr- und Hepatitisinfektionen), da seine Funktion beeinträchtigt ist durch

    • Genußgifte

    • falsche Ernährung

    • Umweltbelastung  

    • toxische Medikamente  

    • zunehmenden psychischen Stress u.v.m.

  • Bei der Behandlung der Erkrankung wird vor allem auf die Abtötung des Erregers durch Antibiotika gesetzt, was aber nur unzureichend gelingt, wie die stetig zunehmende Zahl chronischer Verlaufsfälle zeigt. Borrelien sind vor allem in schlecht durchbluteten Geweben wie Haut, Gelenken und Muskeln zu finden, in denen eine hohe Antibiotikakonzentration zur vollständigen Abtötung ohne gravierende Nebenwirkungen nicht zu erreichen ist. Nach aktuellen Erkenntnissen sind mehr als 1-2 Antibiosen nicht weiter erfolgsversprechend und sollten durch eine symptomatische Behandlung ersetzt werden. Da eine Antibiotikatherapie nur im Stadium der akuten Borreliose sinnvoll ist, sollte eventuell durch eine Biopsie abgeklärt werden, ob eine solche vorliegt. Die verwendeten Labortests sind nicht eindeutig erregerspezifisch und nur unter Berücksichtigung des Krankheitsbildes aussagekräftig.

  • Oftmals wird ein Antikörpertiter behandelt, ohne dass überprüft wird, ob eine aktive Borreliose vorliegt.

    • Eine hohe Antikörperkonzentration kann bedeuten, dass

      • entweder eine hohe Konzentration an Erregern vorliegt

      • oder das Immunsystem sehr gut arbeitet

    • Eine niedriger Titer kann ein Hinweis sein, dass

      • der Erreger ausgeschieden wurde (ein abgetöteter, aber nicht ausgeschiedener Erreger bewirkt oft ebenfalls einen hohen Titer)

      • oder das Abwehrsystem nur unzureichend reagiert.

Die Behandlung sollte deshalb nicht aufgrund von Laborwerten erfolgen, sondern auf das Gesamtbefinden ausgerichtet sein.

Nebenwirkungen von Antibiotika- und Kortisontherapien werden häufig fälschlicherweise der Borreliose zugeschrieben. Zu unterscheiden ist zwischen

  • Symptomen einer akuten Borreliose

    • Erythema migrans (Wanderröte)

    • allgemeine grippale Beschwerden (Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Fieber)

    • eventuell Durchfall für einige Tage

    • leichte Lymphknotenschwellung

  • Symptomen einer chronischen Borreliose

    • Gelenk- und Muskelrheuma

    • eventuell Gicht-/Rheumaknoten an Ohren, Finger- und Zehengelenken

    • Kopfschmerzen und Nervenschmerzen

    • Müdigkeit (ist normal bei einer chronischen Infektion)

    • erhöhter Cholesterinspiegel ( ist ein Versuch des Körpers, die Zellen zu schützen und sollte - falls keine weiteren Risikofaktoren vorliegen - nicht therapiert werden)

und den durch eine wiederholte und langdauernde Behandlung ausgelösten

  • Nebenwirkungen aufgrund einer Mehrfachantibiotikabehandlung mit Cephalosporinen, Doxycyclin, Minocyclin u.ä.

    • (Anal-) Ekzeme, Vulvovaginitis, Pergamenthaut, Haarausfall, Nagelwachstumsstörungen

    • Gesichts- und Gelenkschwellungen, Ödeme, Gefäßentzündungen

    • Übelkeit, Bauchschmerzen, chronische Durchfälle

    • Blasen- und Nierenentzündungen, Pilzinfektionen

    • chronische Müdigkeit, Anämie und Lymphknotenschwellung aufgrund von Knochenmarksschädigung

    • Tinitus, Schwindel, Depressionen, Bewußtseinstrübung und Halluzinationen, Reizleitungsstörungen

  • Nebenwirkungen infolge einer Kortisonbehandlung (beachte: Eine Behandlung mit Kortison darf nur durchgeführt werden, wenn eine aktive Infektion  mit Borrelien, Pilzen, Mykoplasmen u.ä. ausgeschlossen ist, da sich aufgrund der immunsuppressiven Wirkung dieser Medikation die Erreger sprunghaft vermehren können.)

    • Schwangerschaftsstreifen, Akne, Pergamenthaut, Gefäßentzündungen, Ödeme

    • Depression, Schwindel, Gereiztheit, Schlaflosigkeit

    • Magen-, Darmstörungen, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Candidainfektion

    • Muskelschwäche und arthrotische Veränderungen an den Gelenken

    • Bluthochdruck

    • Osteoporose

Grundsätzlich: Informieren Sie sich bei jeder Medikation über die Nebenwirkungen mindestens genauso intensiv wie über den zu erwartenden Therapieerfolg.

Behandlungsempfehlungen

Medikationen, die zu meiden sind:

  • Impfungen: Grundsätzlich sollen nur gesunde Individuen geimpft werden, da bei bestehenden Infektionen eine ausreichende Immunantwort nicht gegeben und das Risiko von Impfschäden stark erhöht ist. Weisen Sie deshalb die Ärzte auf ihre chronische Borreliose hin und verzichten Sie notfalls auf Aktivitäten und Reisen, die Impfungen erfordern. Unbedingt zu meiden sind die

    • FSME-Impfung: In Deutschland kommt es pro Jahr nur zu ca 200 FSME - Erkrankungen aber zu ca 60 000 Borrelieninfektionen. Trotzdem impfen Ärzte aus Unwissenheit während der Inkubationszeit noch immer gegen FSME, obwohl dies zu einer Verschlimmerung des Krankheitsverlaufs bei Borreliose und (nach neueren Erkenntnissen) auch bei FSME führt.

      • Gegenanzeigen u.a.: Akute fieberhafte Infekte (Borreliose ist eine akute, eventuell fieberhafte Infektion)

      • Nebenwirkungen u.a.: Fieber, Muskel- u. Gelenkschmerzen, Sehstörungen, unscharfes Sehen, unsicherer Gang, Schwindel, Nerven- und Gehirnentzündungen mit Lähmungserscheinungen

    • Tetanus:
      Bei Zeckenbiss wird diese Impfung von vielen Ärzten verabreicht, obwohl dadurch bei einer eventuellen Borrelieninfektion die Immunabwehr geschwächt wird und die Gefahr einer Chronifizierung zunimmt.
      beachte:Tetanusbakterien werden nicht durch Zecken übertragen.

      • Nebenwirkungen u.a.: Erkrankungen des zentralen oder peripheren Nervensystems, einschließlich aufsteigender Lähmungen, im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung.

Für weitere Informationen zu Impfungen bei akuter oder chronischer Borreliose sind die Empfehlungen des Tropeninstituts am zuverlässigsten.

  • Immunstinulantien, Hochpotenzen, Orthomolekulare Therapie:
    Bei Borreliose ist das Immunsystem meist überaktiv und vor allem rheumatische Beschwerden sind auf eine überschießende Tätigkeit zurückzuführen. Besonders Pflanzenextrakte aus Echinacea oder Teufelskralle können die Beschwerden verschlimmern, - in homöopathischer Verdünnung können diese selbstverständlich angewandt  werden. Vorsicht ist auch geboten bei der Anwendung von homöpathischen Hochpotenzen, falls nicht zuvor die Ausscheidung optimiert wurde. Dadurch können Erstverschlimmerungen auftreten, die den Einsatz allopathischer Medikamente erfordern und somit die Ausgangslage verschlimmern, statt  zu verbessern. Der Nutzen einer hoch bis höchstdosierten Einnahme von Vitaminen, Mineralien und Nahrungsergänzungsmitteln  ist wissenschaftlich nicht belegt, belastet die Ausscheidungsorgane, und führt oftmals zu Haut- und Schleimhautirritationen. Ernähren Sie sich abwechslungsreich und nehmen Sie Nahrungsergänzungspräparate nur nach Rücksprache mit ihrem Therapeuten.

  • Allopathische Medikation:

    • Schmerzmittel:
      Versuchen Sie, sich auf einen Wirkstoff zu beschränken - alternativ Diclofenac oder Ibuprofen  - und davon möglichst wenig (siehe auch: Arzneimittelnebenwirkungen). Je öfter Sie ein "Tief" ohne Tablette durchstehen, um so mehr verbessert sich die Ausscheidung und die körpereigene Endorphinproduktion. Nehmen Sie 3 x wchtl. 1Tbl B-Komplex forte und im Akutfall zusätzlich 1-2 Kps Vitasprint.

      beachte: Fieber ist eine Heilmaßnahme des Körpers, da durch die erhöhte Temperatur Erreger abgetötet werden. Es sollte keinesfalls unterdrückt werden.

    • Antidepressiva, Beruhigungs- und Schlafmittel:
      Diese reichern sich im Gehirn an und werden nur sehr langsam wieder ausgeschieden. Selbst eine Entgiftungstherapie greift hier nur zögerlich. Auf  Dauer verstärken sie die Beschwerden (siehe auch: Arzneimittelnebenwirkungen), gegen die sie helfen sollen und führen zur Abhängigkeit. Alternativen dazu sind: Rotölkapseln, Zincum valerianicum Hevert, Avena sativa Urtinktur, Passiflora Urtinktur.

      beachte: Mit zunehmender Entgiftung bessern sich diese Beschwerden.

Empfehlenswerte Alternativtherapien:

  • Entgiftungskur (3 Wochen - 3 Monate).
    Nach einer Antibiotikakur für 1 Monat 6x /tgl. 1 Tbl. Sulfur D6 in Wasser aufgelöst einnehmen, um die Sauerstoffversorgung der Zelle wieder herzustellen. Zusätzlich zur Verbesserung der Ausscheidung Hepeel N, Reneel NT und Lymphomyosot N - je 3x 2 Tbl/tgl. über mehrere Monate. Hilfreich ist bei unzureichender Besserung eine Milieuänderung mit Sanum-Präparaten:
    Sanum-Post Nr 76 Aus der Praxis für die Praxis: Borreliose

  • Achten Sie auf eine geregelte Ausscheidung, indem Sie genügend Wasser trinken und bei Bedarf 3x tgl. 2 EL Rapsöl einnehmen. Vermeiden sie bei Darmpilz alle chemischen Antimykotika - da alle die körpereigene Mikroflora noch mehr schädigen - und halten Sie sich an eine kohlenhydratreduzierte Ernährung

    • kein Brot, keine Nudeln, verarbeiteten Kartoffelprodukte, kein Obst

    • statt dessen verstärkt: Gemüse, Reis, Nüsse, Schaf- und Ziegenmilchprodukte

  • Die vielfältigen Beschwerden, die im Laufe einer ganzheitlichen Alternativbehandlung auftreten, sollten Sie als Schritte zur Gesundung ("chronisch wird nur über akut geheilt!") geduldig durchstehen. Hilfreich sind dabei, die selbst für den Laien leicht anzuwendenden Schüsslersalze und eventuell eine sparsame Vitamin- und Mineralergänzung, wobei es vorzuziehen ist, den Bedarf über die Ernährung zu decken.

    • Ferrum phos. D12: rheumatische Entzündungen, Kopfschmerzen

    • Kalium phos. D12: Depressionen, Erschöpfung, Schlaflosigkeit

    • Kalium sulf. D12: rheumatische Gelenkschmerzen, psoriatische Hauterscheinungen

    • Magnes. phos. D12: Krämpfe, Migräne

    • Natrium phos. D6: zur Entsäuerung, bei Drüsenschwellung, Gicht, Blasenkatharr

    • Natrium sulf. D6: Hautausschläge, Ödeme, rheumat. Schwellungen

    • Calcium sulf D12: chronische Nebenhöhlen-, Blasen- und Nierenentzündung

    • Lachsölkapseln 2x2 /tgl: für Haut, Schleimhaut und Gelenke

    • B-Komplex 3x1 /wchtl: für Nerven, gegen Schmerzen

    • Selen und Zink je 1 Tbl/wchtl.: für die Immunabwehr

    • Vitamin C Langzeitkapsel 2x1/wchtl.: für die Immunabwehr

Für eine individuell Therapie wenden Sie sich an einen erfahrenen Therapeuten.

Lebensweise

Nicht aus jeder Borrelieninfektion entwickelt sich ein chronisches Leiden. Das Immunsystem kann die Erreger unter Kontrolle halten und diese und die entstandenen Bakterientoxine ausscheiden, wenn es nicht durch ungesundes Verhalten des Betroffenen beeinträchtigt ist. Um Ihre Abwehr voll funktionsfähig zu halten, sollten Sie sich  folgende Ratschläge näher ansehen:

Meiden von Genußgiften

  • Die Immunabwehr findet vor allem in der Ruhephase statt, deshalb ist man als Kranker auch verstärkt müde. Wenn diese Müdigkeit nun mit Kaffee oder Tee unterdrückt wird, ist Ihre Abwehr blockiert.

  • Kaffee bewirkt ein saueres Milieu, in dem Enzyme schlecht arbeiten und bedingt dadurch eine unvollständige Nahrungsverwertung. Schwarztee, Grüntee, Roiboostee u.a. binden durch ihren hohen Gerbstoffgehalt wichtige Mineralien und Vitamine, die deshalb nur unvollständig aufgenommen werden.

Alkohol

  • entwässert das Gewebe

  • beeinträchtigt die Funktion von Leber, Niere und Bauchspeicheldrüse

  • setzt als Zellgift die Sauerstoffversorgung herab und erhöht die Schmerzempfindlichkeit

Rauchen: ist der größte Risikofaktor für die Gesundheit aufgrund der hohen Toxinbelastung des Organismus, der herabgesetzten Sauerstoffversorgung und der Belastung der Ausscheidungsorgane. Deshalb ist ein Verzicht auf dieses Suchtmittel unerlässlich.

Es ist nicht unbedingt nötig, total auf Süsses zu verzichten, jedoch sollt der Blutzuckerspiegel möglichst konstant gehalten werden. Ca. 20 g Haushaltszucker und etwas dunkle Schokolade täglich sind erlaubt. Auf Traubenzucker, Honig, Säfte, Kuchen und Gebäck sollte verzichtet werden, da dadurch

  • die Bauchspeicheldrüse überlastet wird und Blutzuckerschwankungen zu Gereiztheit, Aggressivität, Müdikeit und Depression führen.

  • die Schmerzempfindlichkeit erhöht wird.

  • der Nährboden für eine Pilzinfektion geschaffen wird.

Ernährung

Damit sich Erreger vermehren können, brauchen sie einen bestimmten Nährboden. Entziehen Sie den Borrelien diesen Nährboden, indem Sie ihr Essverhalten ändern.

  • Nehmen Sie verstärkt Olivenöl, Rapsöl und Nüsse zu sich, da Bakterien und ihre Toxine fettlöslich sind und dadurch besser ausgeschieden werden. Bewährt hat sich  auch morgendliches Ölschlürfen mit kaltgepresstem Sonnenblumenöl.

  • Essen Sie viel frischen Fisch und nehmen Sie zusätzlich noch Fischöl-, Borretsch- und Nachtkerzenölkapseln ein zur Vermeidung rheumatischer Entzündungen und Hautatrophien.

  • Machen Sie keine Fastenkuren, da dabei viele Toxine auf einmal frei werden und die Beschwerden sich verstärken können.Wenn Sie sich an die Ernährungsempfehlungen halten, erfolgt eine langsamere, aber nebenwirkungsfreie Entgiftung.

  • Trinken Sie täglich ca. 1 Liter stilles oder abgekochtes Wasser, um die Ausscheidung über die Nieren zu verbessern.

Bewegung

Bei einer Infektion hat der Körper einen erhöhten Sauerstoffbedarf, ebenso nach einer Antibiotikatherapie, da dadurch die Funktion der Mitochondrien (= Zellkraftwerke) geschädigt wurde. Vor allem durch flottes Gehen  im Freien (mind. 45 Min. /tgl.) wird die Durchblutung des ganzen Körpergewebes gesteigert und die Sauerstoffversorgung verbessert. Der Kreislauf wird trainiert und durch die gesteigerte Gehirndurchblutung verschwinden Schlafstörungen und Depressionen.Wenn Sie sich belastbarer fühlen, können Sie auch schwimmen, Rad fahren oder joggen.

Reduzieren Sie Stress und leben Sie im Einklang mit ihrem Biorhythmus

Allein die Krankheit ist für den Körper Stress genug. Verstärken Sie ihn nicht noch durch beruflichen Ehrgeiz, gesteigerte Freizeitaktivitäten, anstrengende Beziehungen, übertriebene Ansprüche an sich selbst und schlechtes Gewissen. Meditieren Sie stattdessen, machen Sie Yoga oder hören Sie Musik und lassen Sie sich Zeit.

Geduld und Gute Besserung

wünscht Ihnen

Ihre Christine Amann

Fragen zum Thema

Home

Gesundheitsnachrichten

Verfasser

Gästebuch