Gesund in eigener Verantwortung

Auf und Davon !

Reisetipps für Erholungssuchende und Weltenbummler

Urlaub soll interessant, aber auch erholsam sein. Ausschlaggebend für Ihre Urlaubsplanung sollten deshalb Ihre persönlichen Lebensumstände sein. Lange Anfahrtswege, ein extremes Klima, ungewohnte körperliche Belastung und exotisches Essen sind nichts für gesundheitlich angeschlagene oder gestresste Personen oder für Eltern in Begleitung kleiner Kinder. Fühlen Sie sich hingegen unausgelastet und rundherum fit, ist gegen einen Abenteuerurlaub nichts einzuwenden.

Nachfolgend finden Sie eine Chekliste, die Ihnen bei der Urlaubsplanung helfen soll.  

Vorbeugen durch

vernünftige

Ernährung

  • Üppiges Essen ist bei Hitze für das Verdauungssystem eine extreme Belastung. Nehmen Sie deshalb tagsüber nur etwas Obst wie z. B. Melonen, Papayas und Mangos zu sich. Verzichten Sie auf Alkohol und eisgekühlte Softdrinks und versuchen Sie dafür lieber mal Kokosnußsaft und Joghurtdrinks.

  • Bei der Hauptmahlzeit nach Sonnenuntergang  - vermeiden Sie fettes Schweinefleisch und fette Wurstwaren und weichen dafür auf magere, kräftig gewürzte Huhn - und Lammgerichte aus. Gedünstetes Gemüse und Reis oder Kartoffeln runden die Mahlzeit ab. Mäßigung beim Alkohol gilt auch nach Sonnenuntergang.

  • Essen Sie ausschließlich landesübliche Süßigkeiten, bevorzugt aus Honig und Nüssen.

  • Bei Hitze leicht verderbliche Lebenmittel wie Milch, Speiseeis, Mayonaisen und Sahnesoßen gehöhren gar nicht auf den Speiseplan. 

Topfit ins Abenteuer

oder

relaxter Badeurlaub

  • Aktivurlaub
    Unterstützen Sie Ihre sportliche Vorbereitung, indem Sie bereits 2 Wochen vor Reiseantritt Ginseng oder Blütenpollen einnehmen. Verzichten Sie aber auf Echinacinpräparate.

  • Sonnenbaden
    Wenn Sie unter Sonnenallergie leiden, beginnen Sie bereits vor dem Urlaub mit der Einnahme von 10 mg Betacarotin täglich. Die nachträgliche Anwendung von Calcium ist meiner Erfahrung nach wirkungslos. Benutzen Sie
    fettfreie
    Sonnenpräparate und entfernen Sie vor deren Auftragen unbedingt Hautfett und Cremereste durch eine Dusche.

Hilfe aus

der

Reiseapotheke

  • Sonnenschutz
    Am besten sind Micropigmente in fettfreien Lotionen, da Fette zu einem Hitzestau führen. Sparsam angewendet können Sie auch chemischen Lichtschutzfilter in Sprayform verwenden. Gegen Lippenherpes empfehle ich Lippenschutz mit Echinacin.

  • Sonnenbrand
    Lassen Sie es gar nicht so weit kommen! Ist die Haut aber trotz Vorsicht verbrannt, pflegen Sie sie mit einem Aloe Vera Gel und nehmen Sie Rescuetropfen ein; hilfreich ist auch die homöopathische Notfallmischung, die auch bei den folgenden Beschwerden als Erste Hilfe eingesetzt werden kann.

  • Insektenschutz
    Chemische Mittel und Mittel mit Pyrethrumextrakt sollten überhaupt nicht und sogar ätherische Öle nur kleinflächig verwendet werden, da sie sich im Unterhautfettgewebe anreichern. Schützen Sie sich lieber mit entsprechender Kleidung  und mit der Einnahme von 100 mg Vitamin B 1 an jedem zweiten Tag.

  • Grippesymptome
    Halsschmerzen und leichte Grippesymptome werden meist durch Klimaanlagen und mangelnde Wasseraufnahme verursacht. Lutschen Sie Propolispastillen und trinken Sie mehrmals täglich ein Glas Wasser mit einem Lymphmittel.

  • Durchfall
    Zur Vorbeugung nehmen Sie täglich 2 Kapseln mit Saccharomyces boulardii Trockenhefe. Zur Behandlung empfehlen sich die altbewährte Kohle und Heilerdekapseln, da sie die Gifte im Darm binden, aber die Ausscheidung nicht unterdrücken.

  • Verstopfung
    Meist helfen schon 1 bis 2 Eßlöffel Olivenöl oder 2 Kapseln Rizinusöl auf nüchternen Magen.

  • Übelkeit und Magenbeschwerden
    Hier haben sich einige Gaben Nux vomica D12 oder AmaraTropfen von Weleda bewährt.

Besonderheiten bei

chronischen

Beschwerden

  • Leber, Darm, Diabetes
    Wenn Ihre Leber oder Ihr Darm angegriffen sind oder wenn Sie Diabetiker sind, sollten Sie keine Malariamittel und /oder Oralimpfungen gegen Cholera, Thyphus etc. nehmen. Suchen Sie sich lieber ein anderes Reiseziel.

  • Allergien
    Allergiker, Asthmatiker, Neurodermitiker sollten auf Impfungen verzichten, da diese die Beschwerden verschlechtern. Falls eine Impfung unumgänglich ist, lassen Sie sich nur eine Einfach- keinesfalls eine Mehrfachimpfung geben. Die letzte Impfung sollte ca. 10 Wochen vor der Abreise sein, damit sich das Immunsystem noch erholen kann. Für die bessere Verträglichkeit empfehle ich Ihnen nach jeder Impfung eine Gabe Thuja C 200.

Verhalten bei

akuter Erkrankung

  • Auch wenn's schwerfällt - sagen Sie Ihre Reise ab!
    Bei einer akuten Erkrankung, vor allem aber bei Einnahme von Antibiotika, gehören Sie ins Bett und auf keinen Fall in ein Flugzeug, an einen Strand oder gar auf eine Trekkingtour.

Verhalten bei

sexuellen  Kontakten

mit

Urlaubsbekanntschaften

  • nehmen Sie grundsätzlich einen Vorrat an Kondomen mit - unabhängig ob Sie allein oder mit einem Partner verreisen. Urlaub ist immer eine Ausnahmesituation und kann dazu führen, daß von üblichen Verhaltensnormen abgewichen wird.

  • vor allem Jugendliche (besonders wenn sie zum ersten Mal alleine verreisen) sollten unbedingt darauf hingewiesen werden, daß durch ungeschützten Verkehr das Risiko für folgende Infektionen besteht

    • HIV -Infektion: die Infektion führt zu einer Immunschwäche, wodurch selbst harmlose Erkrankungen (wie z.B. Pilzinfektionen oder Durchfallerreger) zu einer tödlichen Bedrohung werden. Da die Latenzzeit von einigen Monaten bis Jahre variiert, wird die Infektion oft erst zu spät wahrgenomen und therapiert. Wenn die Gefahr einer Infizierung angenommen wird, sollte ein Test durchgeführt werden. link

    • Chlamydien-Infektion: ist die am häufigsten vorkommende Genitalinfektionen und verläuft oft ohne Beschwerden. Unbehandelt verstärkt sie das Risiko für die Ansteckung mit anderen Geschlechtskrankheiten, führt bei  Frauen oftmals, bei Männern seltener zu Unfruchtbarkeit und ist oft Mitverursacher für Rheuma, Herzinfarkt u.a. Erkrankungen.

    • Trichomonaden-Infektion: verursacht nur bei ca 10% der Männer Beschwerden, bei Frauen häufiger, - ist vor allem ein Risiko für einen normalen Schwangerschaftsverlauf. 

    • Syphilis und Tripper: sind besonders in Entwicklungsländern weit verbreitet und stellen somit für Reisende eine erhöhte Infektionsgefahr dar. Unbehandelt haben sie  teils gravierende Spätfolgen (siehe links)

Ihre Fragen zum Thema Reise und Erholung:

Gibt es bei Flugangst Alternativen zu Valium?

Ist Sonnenallergie vermeidbar?

Frage

Mein Mann leidet unter Flugangst und hat bisher vom Arzt dagegen Valium verordnet bekommen. Dies macht ihn jedoch nur etwas müde, aber die innere Anspannung bleibt. 

Gibt es ein wirksameres Mittel?

HP Amann

Ihr Mann sollte bereits eine Woche vor Abflug jeden Abend einige Tropfen Nux moschata C30 auf die Zunge geben. Am Abflugtag sollten mehrmals einige Tropfen Rescue Remedy auf den Handrücken gegeben und abgeleckt werden. Während des Fluges verstärkt Wasser trinken und auf Kaffee verzichten.

Übrigens: Im Falle von Reiseübelkeit und Seekrankheit empfehle ich im Abstand von einer halben bis einer Stunde je 5 Globuli Apomorphinum D12 bis Besserung eintritt.

                                                                                                                                                                                                 

Frage

Ich, weiblich, habe seit Jahren eine starke Sonnenallergie, die trotz der Verwendung spezieller antiallergischer Sonnenschutzmittel auftritt. Die Bläschen und der Juckreiz werden selbst durch Kortisoncreme kaum gelindert.

Gibt es Hilfe?

HP Amann

Sonnenallergie wird ausgelöst durch die Kombination Hautfett, chemischer Lichtschutzfilter, Schweiß und Sonneneinstrahlung. Deshalb muß das Hautfett durch Duschen entfernt werden und darf auf keinen Fall hinterher durch eine Körperlotion ersetzt werden. Tragen Sie entsprechende Kleidung und schützen Sie die exponierten Stellen mit einem fettfreien Produkt. Prophylaktisch sollten Sie bereits einige Wochen vorher täglich 10 mg Betacarotin einnehmen. Falls die Allergie trotzdem noch leicht auftritt, nehmen sie mehrmals täglich Rhus tox. D12 je 5 Glob. oder Natrium chlorat. D6 bioch. je 2 Tbl.

Beachten Sie, daß der Konsum von Fruchtsäften, Zitrusfrüchten, Alkohol und koffeinhaltigen Getränken die Hautreaktionen verstärkt.  

                                     
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